Dummerweise droht irgendwann der Burn-Out. Und schöpferische Ideen lassen ebenso auf sich warten, wenn alles in "Arbeit" erstickt wird.
Das Projekt „Nichtstun" sagt sinnlosem Arbeitswahn den Kampf an und propagiert den schöpferischen Müßiggang. Auf dieser Seite wollen wir eine Sammlung von allerlei Material schaffen, das sich mit Themen wie "Arbeit", "Freizeit", "Stress" und "Müßiggang" verhandelt. Letztlich geht es darum, bestimmte Wertigkeiten, die unser Hinterstübchen besetzen, in Frage zu stellen und neu zu bewerten.
"Nichtstun ... ist von größter Wichtigkeit für das Zu-sich-selbst-kommen und die indviduelle Entspannung."
HINTERGRUND
Schon seit langem ärgert sich Verena Lettmayer über den Stress um sie herum. Dieser ist ansteckend und uneffektiv. 2004 überlegt sie im Scherz, ein "Seminar für Gestresste" in Island anzubieten, wo man sich in heißen Quellen entspannen kann. Die Kunstwissenschaftlerin Dr. Verena Kuni rät ihr, das Thema "Nichtstun" als Thema für ihr Aufbaustudium an der HfG Offenbach zu wählen. Gesagt, getan.
Ein Erstes Projekt zum Thema werden die "Ferien im Hinterconti" im August 2004 im Off-Space "Hinterconti" in Hamburg. Verena Lettmayer bewohnt gemeinsam mit Chris Regn die Ausstellungsräume.
"Es ist: eine Ausstellung? Eine Performance im halböffentlichen Raum? Ein Wohnprojekt? Ein paar Tage Ferien? Ganz schön viel Arbeit? All das.
Wir: dekorieren den Ausstellungsraum mit Ferien-Accessoires, Liegestühlen, Urlaubsfotos, Reiseführern, äpfeln aus dem Schrebergarten.
Wir machen: Sachen, zu denen wir bisher noch nicht gekommen sind, wie T-Shirts bemalen, Fanzines herstellen, Filme schauen, ans Meer fahren, Grillen, Lieblingslieder singen und filmen etc.
Und: Gäste zum innehalten zu animieren und ihnen die Lust auf Urlaub und Muße zu vermitteln."
Danach kommt die Idee auf, das alles zu dokumentieren, und eine Publikation zu machen. Garniert mit Texten und mit Fragebogen-Interviews.
Seit 2004: Arbeit an dem Buch. Texte sammeln. Layout machen. Interviews sammeln. Mehr Texte sammeln. Förderanträge stellen. Es werden immer mehr Texte. Förderanträge abgelehnt bekommen. Dazwischen große Pausen. Zweifel, ob es jemals fertig wird. 2010: Jetzt muss es sein. Eine erste Auflage von 65 Exemplaren wird im Juli 2010 produziert.





